Countdown für Feuerwehr-Digitaltechnik läuft an

Es ist soweit: Die Einführung des digitalen Funkbetriebs für die Feuerwehren des Amtes Döbern-Land steht unmittelbar vor der Tür. Bei einer Ganztagsausbildung haben Angehörige von 20 Ortswehren aus dem Amtsbereich die neuen Geräte auf Herz und Nieren geprüft.

Bei der Einsatzbesprechung im Tschornoer Wald beraten der Mattendorfer Ortswehrführer Jörg Forchmann (l.) , Enrico Richter (2.v.l.), der Kreisausbilder der Trebendorf Feuerwehr Clemens Meyer (3.v.l.) und der Ortswehrführer der Feuerwehr Friedrichshain Frank Schulz. die gemeinsame Vorgehensweise.
Bei der Einsatzbesprechung im Tschornoer Wald beraten der Mattendorfer Ortswehrführer Jörg Forchmann (l.) , Enrico Richter (2.v.l.), der Kreisausbilder der Trebendorf Feuerwehr Clemens Meyer (3.v.l.) und der Ortswehrführer der Feuerwehr Friedrichshain Frank Schulz. die gemeinsame Vorgehensweise. Foto: Angela Hanschke/aha1

Ab dem 1. April hat die alte Analog-Technik im gesamten Landkreis Spree-Neiße ausgedient. Noch sind sie in den Einsatzwagen installiert, doch ihre schrittweise Ausmusterung ist in Sicht. 40 digitale Nachfolgermodelle für die 24 Ortswehren hat das Amt Döbern-Land bereits angeschafft. Finanziert wurden sie gemeinsam vom Land Brandenburg und dem Amt, das sich die Ausstattung insgesamt rund 40000 Euro kosten ließ.

„Seit dem vergangenen Mai haben wir unsere Kameradinnen und Kameraden theoretisch geschult“, berichtete der stellvertretende Amtswehrführer Norman Schlüter. „Heute wird alles praktisch anhand von simulierten Einsatzsituationen in die Praxis umgesetzt“. Nur wenig größer als moderne Handys sind die Funkgeräte vom Hersteller Motorola, die am Samstag während einer Ganztagesausbildung von den 60 Führungskräften aus Feuerwehren getestet wurden. Ab April sollen sie den Kontakt mit der Leitstelle Lausitz in Cottbus ermöglichen.

Unentwegt rollten am Samstag die Feuerwehreinsatzfahrzeuge durch Döbern, um die fünf Einsatz-Stationen zu erreichen. Im Tschornoer Wald wurde die Bekämpfung eines Waldbrands simuliert, während die Teilnehmer am Technikdepot der Eichweger Feuerwehr ein fiktiver Wohnungsbrand erwartete, am Biomassehof Wonneberger in Groß Kölzig die Bekämpfung von atomaren, biologischen und chemischen Gefahrstoffen gefragt war und am Feuerwehrgerätehaus in Wolfshain die Funkkenntnisse bei einem angenommenen Verkehrsunfall Anwendung fanden. Logistische Fähigkeiten waren von den Übungsteilnehmern im Döberner Feuerwehrgerätehaus beim Lesen von Kartenmaterial, bei der Festlegung von Marschwegen und beim Auffinden der eingezeichneten Wasserentnahmestellen unter Beweis zu stellen. Gleich nebenan hatte im Schulungsraum auch die „Leitstelle Döbern“ ihre Arbeit aufgenommen. Unentwegt gingen die Funkgespräche dort bei den Disponenten Peter Kossack, Benjamin Kaltschmidt, Oliver Bonkaß und Andreas Schölzel ein. Eintreffmeldungen, Informationen zur Lageerkundung, zum Schadensumfang sowie Anforderungen für weitere Hilfe galt es hochkonzentriert zu koordinieren. „Die neue Technik ist sicher, vor allem abhörsicher“, umriss Norman Schlüter deren Vorzüge.

Zwei Basisstationen in Forst und Döbern sichern im Zusammenhang mit den Funkmasten in Bohsdorf und Jerischke den reibungslosen Funkverkehr ab. Dennoch sieht der stellvertretende Amtswehrführer die Tal-Lage Döberns als “ nicht so optimal“ an. Auch Wetterlagen sowie Hindernisse wie Wälder und Gebäude könnten den Digitalfunk beeinflussen. Dennoch zeigte er sich nach Abschluss der Übung zufrieden. „Die Sprachqualität ist höher als beim Analogfunk. Es gab keine Störgeräusche und Funklöcher“. Erstaunt von der „Feuerprobe“ und der problemlosen Umsetzung der Theorie war auch der Mattendorfer Ortswehrführer Jörg Forchmann. André Hallwas, Kreisausbilder für technische Hilfe erklärte: „Heute zeigte sich: Alle sind gut für die Umstellung gerüstet“. Das gelte auch für die älteren, anfangs doch recht skeptischen Kameraden, ergänzte der Kreisausbilder und stellvertretende Döberner Wehrleiter Robert Pult.

Quelle: Lausitzer Rundschau vom 18.03.2015, Angela Hanschke

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